Rebsorten: Malvasia Toscana, Trebbiano Toscano
Ausbau: 48 Monate in Caratelli-Fässern
Alkoholgehalt: 16 % vol
Säure: 7,70 g/l
Restzucker: 167,00 g/l
Die Toskana hat große Kirchenheilige hervorgebracht, aber auch einen anderen, ungewöhnlichen Heiligen: Es ist ein Wein.... der Vin Santo (= heiliger Wein), seit jeher ein Symbol der Gastlichkeit und der Freundschaft! Seine Herstellung, wenn es sich um authentischen Vin Santo handelt, greift zum Großteil auf die Tradition zurück, ist langwierig und sehr aufwendig (= arbeitsintensiv und teuer). Die Trauben werden bei perfekter Reife von Hand geerntet und direkt im Weinberg ausgelesen. Dann werden sie in gut belüfteten Räumen in Kisten ausgelegt, wo sie mindestens zwei Monate lang auf natürliche Weise trocknen Während dieses Zeitraums verlieren sie Wasser, wobei dank der Trocknung und des Befalls durch den Edelschimmel Botrytis cinerea gleichzeitig ihr Zuckergehalt ansteigt und der Gehalt an aromatischen Verbindungen zunimmt. Sobald der gewünschte Trocknungsgrad erreicht ist, werden die „verschrumpelten” Beeren weich gekeltert, um ihnen den wenigen enthaltenen Saft zu entziehen (jedoch ein Konzentrat unendlicher Geschmacksnuancen!). Der gewonnene Most wird daraufhin in Caratelli-Fässer zu ca. 100 l gefüllt, wo er mindestens drei Jahre lang luftdicht verschlossen, im wahrsten Sinne des Wortes „einzementiert”, ruht. Hier verwandelt sich der kostbare Wein dank eines wunderbaren, natürlichen Prozesses, der sehr langsam und scheinbar unter Ausschluss von Sauerstoff stattfindet, in einen wahren Nektar. Für die Riserva-Version werden die Trauben ausschließlich in den ältesten und am günstigsten gelegenen Weinbergen gelesen, denjenigen, die an Extrakt, jedoch nicht unbedingt an Alkohol reiche Weine hervorbringen; später werden in einer weiteren Auslese die Trauben ausgewählt, die am gleichmäßigsten getrocknet sind und am meisten „Wasser” verloren haben. Der Saft dieser wenigen „Auserwählten" wird weitere 12 Monate in speziellen Caratelli-Fässern verwahrt (insgesamt 4 Jahre!). Vor dem Zusammenfügen der Cuvée erfolgt eine letzte Selektion, bei der allein die exzellenten, mit fünf Sternen ausgezeichneten verwendet werden.
Auf einen milden Winter folgte im Jahr 2019 ein verspäteter, regnerischer Frühling und ein Sommer, der noch nicht von der tropischen Hitze der folgenden Jahre geprägt war; im Weinkeller trafen gesunde Trauben der Sorte Trebbiano, die für Frische und Struktur sorgt, sowie aromatischerer und weicherer Malvasia ein.
Verkostung - Farbe: Leuchtendes bernsteinfarbenes Goldgelb, durchzogen von kupferfarbenen Reflexen. Die Nase wird von einem Fächer aus verführerischen Duftnoten „erstürmt“, Baba au rhum, Kleingebäck, Vanille. Im Mund: Weich und einhüllend wie eine Creme; hervorragend ausgeglichen zwischen Süße und Säure, angenehme Holzaromen. Ein bemerkenswerter Abgang mit einem langen Nachhall, der noch lange in Erinnerung bleibt.
Kombinationsmöglichkeiten - Er eignet sich perfekt als Begleitung zu den traditionellen Cantucci, zu den Ricciarelli aus Siena, aber auch zu einem Feigen-Walnuss-Kuchen, zu Trüffeln oder einer Schokoladensalami; ungewöhnlich, jedoch äußerst genussvoll ist die Kombination mit einem gut gereiften Pecorino oder Parmesan. Alternativ kann man ihn auch „allein“ in einem Weinglas oder – noch besser – nach toskanischer Art in einem klassischen Gläschen (dem „Gottino“) genießen, um den Abend stilvoll ausklingen zu lassen!